Im Fernsehen sieht Spitzensport immer leicht aus – und genau daraus entsteht ein Denkfehler, der viele ambitionierte Golfer ausbremst: „Mir fehlt eben das Talent." Fabian nimmt in dieser Folge drei Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft auseinander und zeigt, warum dein Schwung nicht schön sein muss, warum ein bisschen Chaos im Training dich besser macht und warum kurze, häufige Einheiten mehr bringen als der lange Trainingstag einmal im Monat.

    Klicke auf  ▶  um die Podcastfolge anzuhören

    Bekomme die neuste Podcastfolge immer sonntags per Mail.

    FOLGE UNS AUF SOCIAL MEDIA

    Du willst besser Golf spielen? 

    Noch mehr Übungen für dein Training findest du in meinem kostenlosen Buch „Der Handicapverbesserer“:

    Du möchtest nach einem klaren Trainingsplan trainieren?

    Darum geht es in dieser Podcastfolge:

  • Warum der schönste Golfschwung der Welt allein nichts gewinnt
  • Was Motorikforscher unter „Technik" wirklich verstehen
  • Warum variables Training zuerst zu mehr Fehlern führt – und trotzdem richtig ist
  • Wo der Unterschied zwischen Variabilität und Planlosigkeit liegt
  • Warum dreimal kurz mehr bringt als einmal lang
  • Technik ist kein Schönheitswettbewerb


    Fabian nimmt diese Folge mitten im Sportsommer auf – Fußball-WM, Wimbledon, British Open. Was dort zu sehen ist, wirkt mühelos, und genau daraus entsteht der Denkfehler: „Die haben eben Talent."

    Spannender als das Wie-viel ist aber das Wie. Fabian stützt sich dabei auf Erkenntnisse der Sportwissenschaftlerin Professorin Karin Zentgraf. Ihr erster Punkt: In der Motorikforschung gilt Technik als Bewegungsmuster, das eine Aufgabe löst. Nicht die schöne Bewegung löst die Situation, sondern die an die Situation angepasste.

    Im Fußball entscheidet nicht irgendein Pass das Spiel, sondern der Pass, der genau diese Situation aufmacht. Im Golf ist es identisch. Denn wie oft hast du auf der Runde zweimal exakt dieselbe Lage? Mal stehst du über dem Ball, mal darunter, mal kommt Wind von vorn, mal musst du unter Bäumen hindurch. Auf der Range schlägst du dagegen 27-mal hintereinander das Eisen 7 aus derselben Position.

    Fabians Fazit: Der beste Schwung der Welt gewinnt keinen Blumentopf gegen jemanden, der gelernt hat, mit seinem Schwung Situationen zu lösen.

    Ein bisschen Chaos macht dein Training besser


    Die meisten verbinden mit gutem Training, die richtige Bewegung möglichst oft wiederholt zu haben: gleicher Ball, gleicher Schläger, möglichst wenig Fehler. Das fühlt sich nach Kontrolle an – ist aber nur das Gefühl davon. Denn du lernst dabei nie, das Variable zu beherrschen, das draußen auf dich einprasselt.

    Das Prinzip dahinter heißt Kontextinterferenz. Fabian verweist dazu auf Untersuchungen von Professor Schöllhorn aus Mainz: Beim Basketball trainierte eine Gruppe ausschließlich von der Freiwurflinie, eine zweite durfte nie von dort werfen, sondern nur aus ständig wechselnden Positionen. Am Ende war die Chaos-Gruppe ausgerechnet im Freiwurf besser.

    Zu Beginn führt das allerdings zu mehr Fehlern, weil dein Gehirn das Programm ständig neu laden muss. Genau diese Störung ist das Wertvolle: Die Technik wird flexibler und ist besser abrufbar, wenn es zählt.

    Variabel heißt nicht planlos


    Hier räumt Fabian das größte Missverständnis aus. Variables Training heißt nicht, ständig neue Schwunggedanken auszuprobieren oder wöchentlich einen neuen YouTube-Tipp zu testen. Das bleibt Gift.

    Der rote Faden – also woran du arbeitest – bleibt fest. Was du variierst, ist die Situation innerhalb der Übung. Zwei Beispiele aus dem Coaching der Akademie: Kurze Putts werden nicht aus einer Richtung geübt, sondern aus ständig wechselnden. Und bei der Übung „Sicherheitszone" muss der Ball eine Putterlänge zurückgelegt werden, wenn er nicht innerhalb einer Putterlänge am Loch liegt – dadurch spielst du zwangsläufig jedes Mal einen neuen Putt.

    Lieber häufig und kurz als selten und lang


    Trainingseinheiten sind meistens zu lang und dafür zu selten. Als Beispiel nennt Fabian: Dreimal pro Woche zwei Stunden bringen mehr als zweimal pro Woche drei Stunden – weil du häufiger Wiederholungen schaffst und häufiger Feedback bekommst.

    Dazu kommt die Ermüdung. Wer sehr viel auf einmal macht, schlägt die späteren Bälle bereits müde. Und unter Müdigkeit kommen die alten Bewegungsmuster wieder durch, die neue Bewegung wird schlechter abgespeichert.

    Für dich als Golfer mit Job und Familie ist das eine gute Nachricht: Zweimal pro Woche eine Stunde ist wertvoller als einmal drei Stunden – und deutlich leichter unterzubringen.

    Drei Dinge für dein nächstes Training


    1. Frag dich bei jeder Übung: Welche Situation löse ich hier eigentlich gerade?
    2. Baue Variationen ein. Spiele nicht zweimal hintereinander denselben Schlag.
    3. Trainiere lieber oft und kurz als selten und lang.

    Das ersetzt kein Techniktraining – das brauchst du weiterhin. Das Problem der meisten Golfer ist nicht, dass sie zu wenig Technik trainieren. Es ist, dass sie fast ausschließlich Technik trainieren.


    Tags


    Vielleicht gefällt dir auch unser Blog...

    >