Dein Kopf ist ein Trainingsgerät – und nach jeder Runde entscheidest du selbst, was du damit trainierst: Zweifel oder Selbstvertrauen. Im zweiten Teil zeigt Fabian, wie du Selbstvertrauen Schritt für Schritt aufbaust, statt es vom Score abhängig zu machen. Vier Bausteine, die vor der Runde beginnen und auch an schweren Tagen funktionieren.

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    Darum geht es in dieser Podcastfolge:

    • Warum du aus Ergebnissen kein verlässliches Selbstvertrauen ziehen kannst
    • Baustein 1: Der Fokus, den du vor der Runde festlegst
    • Baustein 2: Was du nach der Runde festhältst
    • Baustein 3: Warum der Score dabei keine Rolle spielt
    • Baustein 4: Die vier Fragen für schwere Tage

    Warum Ergebnisse eine schlechte Grundlage sind

    In der vorherigen Folge ging es um das größte Problem vieler Golferinnen und Golfer: Wir glauben, ein einziger Schlag auf der Runde könne unser Selbstvertrauen zerstören. Fabian hält das für falsch. Vertrauen in dich selbst, in deine Fähigkeiten, in das, was du kannst, muss unabhängig von einem Schlag, einem Loch und einer Runde sein.

    Der Grund liegt in der Natur des Sports. Du kannst auf dem Platz alles richtig gemacht haben – und der Ball liegt trotzdem nicht so, wie du es dir gewünscht hast. Umgekehrt gibt es getoppte Holz-5-Abschläge, die am Par 3 als Hole-in-One enden. Wie willst du so einen Schlag bewerten? Selbstvertrauen daraus zu ziehen, wäre unsinnig – jeder weiß, dass das Glück war. Der Schlag zählt trotzdem.

    Wer sein Selbstvertrauen also an Ergebnisse koppelt, wird im Golf dauerhaft ein Problem haben. Es muss aus anderen Quellen kommen – aus dem Golfspiel heraus, aber eben nicht aus dem reinen Ergebnis.

    Wie Selbstvertrauen verloren geht

    Wir Menschen lernen über Emotionen. Und genau darin liegt das Problem nach der Runde: Erzählt wird zuerst, was nicht geklappt hat – der 3-Putt, der Ball ins Aus, der Schlag ins Wasser. Dabei kommen negative Emotionen hoch. Vielleicht keine Wut, aber unangenehme Gefühle sind es allemal.

    Weil wir immer wieder darüber sprechen und dabei immer wieder diese Emotionen erleben, speichert sich das im Kopf ab. Das Ergebnis sind Frust und Misstrauen – und eben kein Selbstvertrauen. Deshalb lautete die Aufgabe aus der letzten Folge: Nach der Runde zuerst drei Dinge benennen, die gut gelaufen sind. Unabhängig vom Ergebnis. Fabian ist sich sicher: In jeder Runde findest du etwas, was gut war.

    Baustein 1: Vor der Runde einen Fokus festlegen

    Der erste Baustein setzt an, bevor du den ersten Ball schlägst. Fabian erlebt im Coaching regelmäßig, dass Teilnehmer von einer Runde berichten, die „nicht so gut" war. Seine Gegenfrage: Was war denn der Fokus dieser Runde? Häufig kommt dann heraus, dass es eine reine Plauschrunde mit einem alten Bekannten war – ein netter Nachmittag mit einem Getränk auf der Terrasse danach. Wenn das der Fokus war, ergibt es keinen Sinn, sich anschließend über das Ergebnis zu beurteilen.

    Baustein 1 lautet deshalb: Lege vor der Runde einen Fokus auf eine Sache fest, die du selbst beeinflussen kannst. Kein Score-Ziel, kein „ich will mich heute unterspielen". Ob du dich unterspielst, ist das Ergebnis einer Vielzahl von Situationen über 9 oder 18 Löcher – das hast du nicht im Griff. Dich selbst hast du im Griff.

    Mögliche Fokuspunkte:

    • Die Routine bei jedem Schlag durchziehen
    • Ruhig bleiben
    • Eine positive Körpersprache behalten
    • Das Energielevel konstant halten, also genug trinken und essen
    • Atemübungen einsetzen
    • Schläge bewusst abhaken

    Wichtig: Halte diesen Fokus vor der Runde schriftlich fest. Dann ist er im Kopf verankert, und du gehst mit einer anderen Konzentration auf den Platz.

    Baustein 2: Nach der Runde festhalten, was gelungen ist

    Der zweite Baustein ist die Fortsetzung der letzten Folge: Sprich nach der Runde zuerst positiv mit dir und halte fest, was dir gut gelungen ist.

    Das können Dinge sein wie:

    • Der Drive an der 7 war gut – ich habe mich auf den Punkt konzentriert, wo ich hinschlagen wollte, und den Schlag voll durchgezogen
    • Ich habe bei jedem Schlag meine Routine durchgezogen
    • Als ich gestört wurde, bin ich vom Ball zurückgetreten

    Das wirkt simpel. Genau dadurch baust du aber Selbstvertrauen auf.

    Baustein 3: Der Score ist irrelevant

    Beim dritten Baustein geht es darum, was du überhaupt bewertest. Es zählen nicht nur gute Schläge, sondern kluge Entscheidungen, mentale Stärke, Routinen und dein Energiehaushalt – also alles, was du selbst kontrollieren kannst.

    Auch eine Runde, die vom Gesamtergebnis her nicht zufriedenstellend war, hat Aspekte, die du gut gemacht hast. Fabian verweist erneut auf die Profitour: Dort können wir uns weniger vom Schwung abschauen – das machen die Profis tagtäglich – aber sehr viel von der Strategie und vor allem von den mentalen Aspekten. Profis reden nach der Runde immer zuerst darüber, was ihnen gelungen ist, was sie selbst beeinflusst haben und was ihr Training gebracht hat.

    Benenne also deine klugen Entscheidungen, deine mentale Stärke, deine Routinen und deine Energie.

    Baustein 4: Die vier Fragen für schwere Tage

    Der vierte Baustein ist für Fabian der entscheidende. Mentalcoach Justin Walsh bringt es im Coaching so auf den Punkt: Golf is hard enough – und Golf hat mehr schwere Tage als gute Tage. Genau deshalb darfst du die Bausteine an einem schlechten Tag nicht einfach abhaken nach dem Motto: Heute war sowieso alles nichts.

    Gerade dann baust du Selbstvertrauen auf. Denn das Ergebnis ist ohnehin gelaufen – umso mehr kannst du auf dich selbst schauen und den Fokus, den du dir vorgenommen hast, wirklich umsetzen.

    Diese vier Fragen helfen dir dabei:

    1. Was war trotzdem gut?
    2. Wo bin ich bei mir geblieben?
    3. Was war stärker als früher?
    4. Was nehme ich für mich mit?

    Was passiert, wenn du das durchziehst

    Fabian empfiehlt, diese vier Bausteine über drei, vier, fünf Runden hinweg konsequent umzusetzen und kurz schriftlich festzuhalten. Dann merkst du, wie du nach und nach mit mehr Vertrauen in dich selbst auf den Platz gehst – und auch mit mehr Selbstvertrauen wieder zurückkommst.

    Genau das erzeugt Konstanz, verbessert dein Handicap und sorgt für mehr Spaß auf dem Golfplatz. Die Wiederholung schlägt dabei die vermeintliche Perfektion, die wir Golferinnen und Golfer ständig anstreben. Du stärkst dein Selbstbild und bist nicht mehr davon abhängig, ob der Schlag gut war, das Loch gelungen ist oder die Runde gepasst hat.

    Auf dem Platz führt das irgendwann zu Situationen, in denen du denkst: Diese Aufgabe habe ich schon einmal gelöst. Du erinnerst dich an das Positive statt an das Negative.

    Und das gilt unabhängig davon, ob du Handicap minus 5, 0, 9, 18, 27, 36 oder 54 spielst, ob du Mannschaftsspieler bist oder gerade erst angefangen hast, ob ambitioniert oder nicht. Selbstvertrauen ist für Fabian die Ursache Nummer eins für konstantes Golf – und fehlendes Selbstvertrauen die Ursache Nummer eins für schlechtes Golf. Wer sich permanent mit den eigenen Gedanken sabotiert, hat es in diesem Sport auf Dauer schwer.

    Das passende Werkzeug dazu ist das Golf Erfolgsjournal: ein kleines Ringheft für dein Golfbag, in dem du genau diese Bausteine Schritt für Schritt umsetzt. Dazu gibt es einen kostenlosen Videokurs mit weiteren Inhalten zum Thema Selbstvertrauen. Die erste Auflage ist auf 100 Stück begrenzt – Dein Golf Erfolgsjournal.


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