Launch Monitore sind in den letzten Jahren so günstig geworden, dass sie inzwischen auf jeder zweiten Range stehen. Und trotzdem sehe ich immer wieder dasselbe: Der Spieler schlägt einen Ball, schaut auf den Bildschirm, schlägt den nächsten, schaut wieder – und geht nach 60 Bällen mit dem Gefühl nach Hause, viele Zahlen gesehen und nichts gelernt zu haben.
Das Problem ist nicht das Gerät. Das Problem ist, dass niemand dir sagt, welche Zahlen du überhaupt anschauen sollst. Es sind drei. Der Rest ist für dein Launch Monitor Training zweitrangig. Voller Fokus statt Datenflut – das ist der ganze Trick.
Zahl 1: Smash Factor – triffst du die Mitte?
Der Smash Factor ist das Verhältnis von Ballgeschwindigkeit zu Schlägerkopfgeschwindigkeit. Übersetzt heißt das: Wie viel von deiner Anstrengung kommt tatsächlich beim Ball an?
Genau deshalb ist er für Amateure die ehrlichste Zahl auf dem Display. Er sagt dir nichts über Kraft und alles über Treffqualität. Wer den Ball nicht zentral trifft, verliert Länge, egal wie hart er schwingt.
Und das ist die wichtigste Erkenntnis daraus: Mehr Länge kommt bei den meisten Spielern nicht von mehr Kraft, sondern von besserer Zentralität. Wenn dein Smash Factor über eine Serie stark schwankt, ist das dein Thema – nicht dein Schwungtempo.
Ein guter Test: Schlage zehn Bälle mit demselben Schläger und notiere nicht den besten Wert, sondern die Spannweite zwischen dem höchsten und dem niedrigsten. Konstanz siehst du in der Spannweite, nicht im Bestwert.
Zahl 2: Fluglänge – deine echten Distanzen
Die Fluglänge ist die Weite bis zum Aufkommen, ohne Rollen. Und sie ist die Zahl, die auf dem Platz über deine Entscheidungen bestimmt: Fliegt der Ball über das Bunkerende? Komme ich am Wasser vorbei?
Die meisten Golfer kennen ihre Distanzen nicht – sie kennen ihre besten Schläge. Zwischen „mein Eisen 7 geht 150" und „mein Eisen 7 fliegt im Schnitt 137" liegen zwei bis drei Schläge pro Runde.
Nimm dir deshalb einmal pro Saison eine Einheit, in der du nur misst: je zehn Bälle pro Schläger, den Durchschnitt notieren, nicht den Ausreißer nach oben. Diese Tabelle ist ab dann deine Entscheidungsgrundlage. Wie du dein langes Spiel darüber hinaus gezielt trainierst, liest du hier.
Zahl 3: Eintreffwinkel – Ball zuerst oder Boden zuerst?
Der Eintreffwinkel sagt dir, ob dein Schläger im Treffmoment noch nach unten oder schon nach oben läuft. Beim Eisen willst du den Ball zuerst treffen und danach den Boden – der Schläger läuft also abwärts. Beim Driver vom Tee ist es umgekehrt: Hier zahlt sich ein aufwärts gerichteter Treffmoment aus, weil der Ball dann weiter fliegt, ohne zusätzlichen Spin.
Der Wert ist so wertvoll, weil er ein Gefühl objektiv macht. „Ich habe ihn dünn erwischt" wird zu einer Zahl, die du über eine Serie beobachten kannst.
Übung: Die Ballreihe mit Zahlen
Meine Standardübung, um Zahlen in echtes Training zu übersetzen, ist die Ballreihe. Du spielst feste Fluglängen der Reihe nach, zum Beispiel von 20 bis 100 Metern, und steuerst die Weite über die Schwunglänge statt über Kraft.
Der Launch Monitor kontrolliert dabei automatisch, ob du die Zieldistanz getroffen hast. Damit wird aus einer gefühlten Wedge-Distanz eine überprüfbare.
Trainingsaufbau
- Drei Distanzen (40, 60, 80 Meter), je fünf Bälle, ein Schläger. Toleranz: fünf Meter.
- Alle Distanzen von 20 bis 100 Metern, je drei Bälle, Toleranz vier Meter.
- Reihenfolge zufällig statt aufsteigend – jede Distanz kommt unangekündigt.
- Ein Durchgang, ein Ball pro Distanz, Toleranz drei Meter. Wer unter 70 Prozent Trefferquote bleibt, geht eine Stufe zurück.
Genau diese Ballreihe ist als neue Funktion in unserer App Sweetspot Golf eingebaut und läuft mit verbundenem Launch Monitor vollautomatisch – du schlägst, die App zählt und wertet aus.
Der häufigste Fehler: nach jedem Ball korrigieren
Wer nach jedem einzelnen Schlag am Schwung schraubt, jagt Zufallszahlen. Ein einzelner Wert sagt fast nichts; erst eine Serie sagt etwas.
Deshalb meine Regel: Auswerten nach Serien von zehn Bällen, nicht nach jedem Ball. Während der Serie schaust du gar nicht aufs Display. Danach nimmst du dir genau eine Kennzahl vor und spielst die nächsten zehn Bälle mit diesem Fokus.
Und noch etwas: Vergleiche dich mit dir selbst. Vergleichswerte aus dem Internet sind Durchschnitte von Spielern, die weder deine Körpergröße noch dein Alter noch deinen Schläger haben. Interessant ist deine Entwicklung über acht Wochen, nicht der Abstand zu einem Tour-Profi. Wie du diese Art von Konstanz über die einzelne Trainingseinheit hinaus aufbaust, beschreibe ich in diesem Artikel.
Was tun, wenn du keinen Launch Monitor hast?
Dann trainierst du trotzdem weiter. Viele Trainings funktionieren auch ohne – du bewertest die Schläge dann selbst, zum Beispiel mit einer Schulnote von 1 bis 6 oder über die Abweichung zum Ziel in Prozent der Schlaglänge. Mit Launch Monitor werden die Einheiten präziser und jeder Schlag wird automatisch erfasst, aber ein Gerät ist keine Voraussetzung, um strukturiert zu trainieren.
Wenn du überlegst, dir einen anzuschaffen: Du musst dich nicht auf ein bestimmtes Modell festlegen. Der Garmin R10 ist der Klassiker im Einsteigerbereich, aber die anderen gängigen Launch Monitore lassen sich genauso direkt mit der App verbinden. Auf unserer App-Seite findest du die Trainingshilfen, die ich selbst getestet habe und empfehle – inklusive passendem Ausrichtungsständer und Stativ.
Ein Hinweis noch, damit du nicht umsonst suchst: Sweetspot Golf gibt es ausschließlich für das Apple-Ökosystem – iPhone und iPad ab iOS beziehungsweise iPadOS 18 sowie Apple Watch. Eine Android-Version gibt es nicht.
Fazit
Ein Launch Monitor macht dich nicht automatisch besser. Er macht dein Training überprüfbar – wenn du dich auf wenige Zahlen beschränkst und in Serien statt in Einzelschlägen denkst.
Das Wichtigste in Kürze:
- Smash Factor zeigt deine Treffqualität – Länge kommt meist aus Zentralität, nicht aus mehr Kraft.
- Fluglänge zeigt deine echten Durchschnittsdistanzen, nicht deine besten Schläge.
- Eintreffwinkel macht das Gefühl "dünn getroffen" zu einer objektiven, verfolgbaren Zahl.
- Werte immer in Serien von zehn Bällen auswerten, nicht nach jedem einzelnen Schlag.
- Ein Launch Monitor ist hilfreich, aber keine Voraussetzung für strukturiertes Training.
Smash Factor für die Treffqualität, Fluglänge für deine echten Distanzen, Eintreffwinkel für den Treffmoment. Mehr brauchst du nicht.
Deine Aufgabe: Schlag zehn Bälle mit einem Schläger und notiere nicht deinen besten Wert, sondern die Spannweite zwischen dem höchsten und dem niedrigsten. Das ist deine ehrlichste Zahl. Und dann frag dich einmal: Kennst du deine durchschnittliche Fluglänge pro Schläger – oder kennst du nur deine besten Schläge? Schreib mir deine Zahlen gern per Mail an hallo@fabianbuenker.de.
In Sweetspot Golf verbindest du deinen Launch Monitor unkompliziert und siehst genau diese Werte – ohne Datenflut, mit sofortigem Feedback nach jedem Schlag. Und du bist dabei nicht auf ein Gerät festgelegt: Neben dem Garmin R10 werden auch die anderen gängigen Launch Monitore direkt unterstützt. Im App Store unter „Sweetspot Golf", der Download ist kostenlos und du testest zehn Tage kostenlos.
Vom 17.09.2026 bis zum 21.09.2026 um 23:59 Uhr gibt es den Birdie Pass im App Store für 49 Euro statt 99 Euro – und das ist der Preis für ein ganzes Jahr Training. Danach kostet das Jahr wieder regulär 99 Euro.
Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Umsetzen meiner Tipps und Zahlen, die dir auf dem Platz die Schlägerwahl abnehmen!
Up & Down, dein Fabian
