Du nimmst regelmäßig Trainerstunden, trainierst fleißig – und trotzdem tut sich an deinem Handicap kaum etwas? Vielleicht liegt das nicht an dir, sondern daran, wie dein Feedback organisiert ist. Fabian erklärt, worauf es beim Lernen im Golf wirklich ankommt und warum die klassische Trainerstunde dabei oft im Weg steht.
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Darum geht es in dieser Podcastfolge:
Warum die klassische Trainerstunde oft nicht weiterhilft
Fabian erinnert sich an einen Freitagabend im November 2020: kalt, nass, und er selbst frustriert. Im Training mit einer Schülerin – er nennt sie „Petra" – arbeiteten die beiden immer wieder an denselben Themen: von innen kommen, Arme senken, Schwungbahn korrigieren. Trotzdem kam kaum sichtbarer Fortschritt zustande.
Der Grund war nicht mangelnder Einsatz, sondern der Rhythmus des Feedbacks. Eine Trainerstunde alle 14 Tage oder alle drei Wochen bringt zwar in dem Moment Klarheit – doch diese Klarheit verpufft, bevor sie sich im eigenen Training festsetzen kann.
Mikro- statt Makrofeedback: Was die Sportwissenschaft sagt
Den entscheidenden Unterschied entdeckte Fabian bei seinen Mannschaftsspielern, die im College in den USA waren und kaum persönlich neben ihm trainierten – sich aber trotzdem kontinuierlich verbesserten. Der Unterschied: Sie bekamen kein langes „Dauerfeedback", sondern kurze, aber sehr häufige Rückmeldungen – über Trainingspläne, Rundenbesprechungen und Rundenanalysen.
Die Sportwissenschaft unterscheidet hier zwischen Makro- und Mikrofeedback. Fabians Kernthese:
Du brauchst nicht so viel wie möglich Feedback, sondern so oft wie möglich.
Eine lange Trainerstunde liefert viel Feedback auf einmal. Kurze, regelmäßige Rückmeldungen liefern dagegen kontinuierlich kleine Dosen – und genau die bleiben besser hängen.
Die Geduld-Falle in der Trainerstunde
Warum läuft die klassische Trainerstunde trotzdem oft anders? Fabian beschreibt einen typischen Ablauf:
- Die ersten 5 Minuten gehen für Aufwärmen und „Ankommen" verloren
- Der Schüler oder die Schülerin bestimmt das Thema (im Golf ungewöhnlich, aber üblich)
- Nach wenigen Korrekturen und ein paar Wiederholungen ist die Kernaufgabe eigentlich schon vermittelt
An dieser Stelle entsteht laut Fabian die eigentliche Gefahr: Ungeduld auf beiden Seiten. Der Schüler denkt, er habe für sein Geld mehr Zeit „verdient". Der Trainer hat das Gefühl, er könne nicht 20 Minuten lang denselben Hinweis wiederholen, ohne dass es respektlos wirkt.
Die Folge: Nach 15 Minuten wird das Thema gewechselt – Driver funktioniert ja schon, zeig mal dein Bunkerspiel. Fabian vergleicht das mit dem Matheunterricht: Niemand lernt Punktrechnung, bevor die Grundrechenarten sitzen. Wer zu früh zu viele neue Themen übereinanderstapelt, überfordert sich selbst – und kann am nächsten Trainingstag nicht mehr nachvollziehen, was genau umgesetzt werden sollte.
Warum das Problem strukturell ist
Diese Dynamik hat laut Fabian einen messbaren Effekt: Von den rund 2.000 PGA-Mitgliedern in Deutschland unterrichten seiner Schätzung nach nur etwa 700 bis 1.000 aktiv – bei knapp 700.000 Golfer:innen in Deutschland insgesamt. [PRÜFEN: genaue Mitgliederzahlen der PGA Deutschland] Ein Grund dafür sieht er genau in diesem Frust: Wer alle 14 Tage Feedback bekommt, das bis zur nächsten Stunde wieder verpufft ist, verliert irgendwann die Motivation, überhaupt Unterricht zu nehmen.
Wie Profis ihr Feedback organisieren
Als Gegenmodell beschreibt Fabian, wie Tour-Profis arbeiten: Sie bekommen nach jedem Training und nach jeder Runde Feedback – nicht, weil ihr Trainer ständig neben ihnen steht (bei 25 bis 30 Reisewochen im Jahr unmöglich), sondern über WhatsApp, App-Nachrichten oder Video-Calls. Kurz, häufig, fokussiert.
Genauso arbeitet Fabian nach eigener Aussage in seiner [LINK: Akademie]: Dort werden ein bis zwei Schwerpunkte identifiziert – die „Low Hanging Fruits" mit dem größten Verbesserungspotenzial – und daran wird konsequent festgehalten, auch wenn nebenbei weitere „Baustellen" sichtbar werden.
So baust du dir dein eigenes Feedback-System auf
Für dein eigenes Training leitet Fabian daraus eine klare Regel ab:
| Prinzip | Falsch | Richtig |
|---|---|---|
| Häufigkeit | Feedback alle 14–21 Tage | Feedback nach jedem Training/jeder Runde |
| Dauer | Lange Einheiten (30–60 Min.) | Kurze Impulse (z. B. 5 Minuten) |
| Themenzahl | Viele Themen gleichzeitig | Ein bis zwei klare Schwerpunkte |
| Auswahl des Schwerpunkts | Beliebig / Tagesform | Basierend auf Analyse (größtes Potenzial) |
Der praktische Ansatz: Sobald du von deinem Trainer eine Korrektur und eine passende Übung zu deinem größten Schwachpunkt bekommen hast, brauchst du keine weitere lange Stunde – sondern kurze, regelmäßige Rückmeldungen genau zu diesem einen Thema. Erst wenn sich dort spürbar etwas verändert hat, macht es Sinn, den nächsten Schwerpunkt anzugehen.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Fragen zum Thema Feedback im Golf
Wie oft sollte ich beim Golf Feedback zu meinem Spiel bekommen?
Idealerweise nach jedem Training und nach jeder Golfrunde – in kurzen, kontinuierlichen Einheiten statt in einer langen Trainerstunde alle zwei bis drei Wochen. So bleibt das Feedback präsent, bevor es beim nächsten eigenen Training wieder vergessen ist.
Was ist der Unterschied zwischen Mikro- und Makrofeedback?
Makrofeedback ist eine lange, seltene Rückmeldung, etwa in einer klassischen 30- bis 60-minütigen Trainerstunde. Mikrofeedback sind kurze, aber sehr häufige Rückmeldungen – zum Beispiel per App oder Videocall. Sportwissenschaftlich gilt Mikrofeedback als deutlich wirksamer für dauerhafte Verbesserung.
Warum bringt eine lange Trainerstunde oft wenig Fortschritt?
Weil in einer langen Einheit oft mehrere Themen gleichzeitig behandelt werden, sobald der eigentliche Schwerpunkt schon vermittelt ist. Das führt zu Informationsüberladung, statt dass sich ein Thema wirklich festigen kann, bevor das nächste dazukommt.
Zu welchen Themen sollte ich mir Feedback holen?
Nicht zu allem gleichzeitig, sondern gezielt zu dem Bereich, in dem du laut Analyse die meisten Schläge verlierst oder das größte Potenzial hast. Konsequentes Feedback zu einem klaren Schwerpunkt bringt mehr als verteiltes Feedback zu vielen Themen.

